{"id":2777,"date":"2026-06-28T22:51:11","date_gmt":"2026-06-28T22:51:11","guid":{"rendered":"http:\/\/coaching.truhlar.art\/?p=2777"},"modified":"2026-10-11T10:21:19","modified_gmt":"2026-10-11T10:21:19","slug":"geometrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/truhlar.art\/en\/uncategorized\/geometrie\/","title":{"rendered":"Geometrie"},"content":{"rendered":"<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"2777\" class=\"elementor elementor-2777\" data-elementor-post-type=\"post\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-5a483b9 e-flex e-con-boxed e-con e-parent\" data-id=\"5a483b9\" data-element_type=\"container\" data-e-type=\"container\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"e-con-inner\">\n\t\t\t\t\t<p class=\"e-ee4a179-e6a222a e-paragraph-base e-default-p\" data-interaction-id=\"ee4a179\"><strong>Skala Unvermessbar.<\/strong><br><br>Jede Wissenschaft beginnt mit einer Ordnung.Sie trennt, benennt und kategorisiert. <br>Nicht, weil die Wirklichkeit tats\u00e4chlich aus Kategorien bestehen w\u00fcrde, sondern weil wir sie sonst nicht untersuchen k\u00f6nnen.<br><br>Auch in der Psychologie folgen wir diesem Prinzip. Sie beschreibt das menschliche Erleben anhand von zehn Elementarfunktionen. <br><br>Aufmerksamkeit, Ged\u00e4chtnis, Denken, Wahrnehmung, Antrieb und weitere Bereiche bilden gemeinsam eine Ordnung, die uns hilft, psychische Ph\u00e4nomene zu verstehen und klinisch einzuordnen.<br><br>An ihrem Anfang steht das psychologische Bewusstsein. Es gilt als die grundlegendste aller Elementarfunktionen und bildet die Voraussetzung f\u00fcr die weiteren und markiert die Schnittstelle zur \u00e4u\u00dferen Welt&nbsp;<br><br>Um Bewusstsein weiter zu beschreiben, unterscheidet die Psychologie verschiedene Grade seiner Einschr\u00e4nkung und kategorisiert diese in einer Skala des Verlustes: <br>Benommenheit, Somnolenz, Sopor und Koma. <br><br>Je st\u00e4rker das psychologische Bewusstsein abnimmt, desto geringer wird die Pr\u00e4senz zur \u00e4u\u00dferen Welt.<br><br>Diese Ordnung ist sinnvoll und erstellt das Ger\u00fcst, um St\u00f6rungen einzuordnen. Dennoch frage ich mich, ob nicht bereits ihre Form im wesentlichen folgende Annahme enth\u00e4lt. N\u00e4mlich die, dass Entwicklung linear gedacht wird.<br><br>Das folgende Gedankenexperiment er\u00f6rtert die Frage: Was ver\u00e4ndert sich, wenn wir dieselbe Ordnung in einer anderen Form betrachten?&nbsp; <br><br>Es erhebt keinen wissenschaftlichen Anspruch und versucht auch nicht eine bessere Theorie des Bewusstseins zu formulieren. Es formuliert lediglich eine multimodale visuelle Hypothese.&nbsp;<br>Stellen wir uns einmal vor, diese Skala w\u00e4re keine Gerade, sondern eine Kurve. Ein Kreis oder gar eine Spirale. Die Annahme ist, dass andere Formen andere Bedingungen, andere M\u00f6glichkeiten er\u00f6ffnen. <br><br>Eine Gerade beispielsweise besitzt einen Anfang und ein Ende.<br>Ein Kreis jedoch kennt Wiederkehr. Eine Spirale verbindet beides. Sie kehrt zur\u00fcck und bleibt dennoch niemals dieselbe. Mit jeder neuen Dimension ver\u00e4ndert sich nicht nur die Figur. <br><br>Es ver\u00e4ndert sich auch der Raum, in dem wir sie betrachten. Wom\u00f6glich gilt das keineswegs nur f\u00fcr die Geometrie, sondern ebenso f\u00fcr unser Denken.<br><br><br><\/p>\n\t\t\t\t\t<p class=\"e-423ab63-5db4983 e-paragraph-base e-default-p\" data-interaction-id=\"423ab63\">Tod<br>Wachheit<br>Benommenheit<br>Somnolenz<br>Sopor <br>Koma<br>Tod<br>Wachheit<br>Benommenheit<br>Somnolenz<br>Sopor <br>Koma<br>Tod<br>Wachheit<br>Benommenheit<br>Somnolenz<br>Sopor <br>Koma<br>Tod<br>Wachheit<br>Benommenheit<br>Somnolenz<br>Sopor <br>Koma<br>Tod<br>Wachheit<br>Benommenheit<br>Somnolenz<br>Sopor <br>Koma<br>Tod<br>Wachheit<br>Benommenheit<br>Somnolenz<br>Sopor <br>Koma<br>Tod<br><br><\/p>\n\t\t\t\t\t<p class=\"e-6180caa-8ddb752 e-paragraph-base e-default-p\" data-interaction-id=\"6180caa\">Die hier exemplarisch aufgef\u00fchrten Zyklen verbinden die klinischen Bewusstseinszust\u00e4nde mit ihren existenziellen R\u00e4ndern: Wachheit markiert dabei den Moment der vollkommenen Pr\u00e4senz und geringsten Einschr\u00e4nkung, w\u00e4hrend der Tod das ultimative Aufh\u00f6ren des individuellen psychologischen Bewusstseins bildet. Visuell entsteht dadurch interessanterweise eine Art zweidimensionaler Helix. Wenn Sie sich diese Helix nun als endloses Gebilde vorstellen und dieses Gebilde auf dessen L\u00e4ngsachse verdrehen, entsteht eine dritte Dimension. Wir hatten bereits proklamiert, dass die Form keine Gerade ist \u2013 so ber\u00fchren sich der Punkt des Verl\u00f6schens (Tod) und jener des Wiedererwachens (Wachheit) in der Kurve und schlie\u00dfen sich zu einem ewigen Zyklus.<br><br>Diesem Gebilde k\u00f6nnten wir jetzt gedanklich eine weitere Ebene hinzuf\u00fcgen, einen weiteren Raum. Das ist der Raum um die Helix herum. In der Kunst nennen wir ihn den Negativraum \u2013 jene Dimension, in der das psychologische Bewusstsein eingebettet ist und es \u00fcberhaupt existiert.<br>Das Gewahrsein ist kein Zustand auf einer Skala, sondern die Dimension, in dem die gesamte Ordnung ihren Platz findet. <br><br>Es liegt jenseits von Messwerten. Es ist nicht zu fassen, es hat keine Substanz.<br>Sehen sie sich das Schriftbild noch einmal genauer an und nehmen sie den Weissraum um die Schrift herum wahr.<br><br>Ich nenne diesen Raum: Das Gewahrsein.<br><br>Das Gewahrsein befindet sich jenseits der Skala, es ist die Dimension, in dem die gesamte Ordnung ihren Platz findet und somit unmessbar bleibt, weil das Gewahrsein unendlich ist, ohne Substanz und ohne Eigenschaften<br><br>Wachheit ist die erste Bewegung und somit das Fundament: die F\u00e4higkeit, \u00fcberhaupt erst wahrnehmen zu k\u00f6nnen. Wenn wir die Welt erblicken werden wir gewisserma\u00dfen wach.<br><br>Gewahrsein bleibt die Dimension, die all das umgibt. Der raumlose Raum, in dem wir ruhen und dem wir uns hingeben k\u00f6nnen. Wenn der Kreis sich am Ende schlie\u00dft \u2013 wie weit sind wir bereit, uns in diese Dimension fallen zu lassen?<br><br>Das Gedankenexperiment endet hier. <br>Nicht, weil der Kreis jetzt vollst\u00e4ndig w\u00e4re, sondern weil jede weitere Linie wieder eine Entscheidung ist. Eine Entscheidung f\u00fcr eine Ordnung, die sich am Ende gar nicht ordnen l\u00e4sst.<br><br>Mich besch\u00e4ftigt vielmehr eine andere Frage. Warum suchen wir \u00fcberhaupt so beharrlich nach einer endg\u00fcltigen Erkl\u00e4rung des Bewusstseins - f\u00fcr das Leben? <br>Wom\u00f6glich liegt es in unserer Natur, das Unbekannte verstehen und kontrollieren zu wollen.<br>Unterwerfung anstelle von Hingabe.<br>Wir entwickeln Modelle und schaffen Kategorien. Das hat uns weit gebracht.&nbsp;&nbsp;Gleichzeitig entsteht m\u00f6glicherweise mit jedem weiteren Modell eine Distanz. Zwischen uns und dem, was wir zu verstehen versuchen. Vielleicht beginnt genau dort das Gef\u00fchl von Trennung.<br><br>Aber jedes Konzept bleibt eine Vereinfachung dessen, was sie beschreibt.<br>Gewahrsein k\u00f6nnte genau an dieser Grenze liegen. <br><br>Wir k\u00f6nnen das Leben untersuchen, seine Bedingungen pr\u00e4zesieren, seine Korrelate beschreiben und seine Erscheinungsformen ordnen. Doch derjenige, der all das betrachtet, bleibt immer Teil der Betrachtung. <br><br>Wir befinden uns niemals au\u00dferhalb dessen, was wir zu verstehen versuchen.<br>Genau deshalb interessiert mich der Gedanke eines Gewahrseins. Nicht als weitere Kategorie, sondern als ein m\u00f6glicher Bezugsraum, in dem Kategorien \u00fcberhaupt erst entstehen k\u00f6nnen. <br><br>Ob es diesen Raum tats\u00e4chlich gibt, wei\u00df ich nicht - vermutlich ist es auch nur ein weiteres Erkl\u00e4rungsmodell.<br><br>Ich merke nur, dass sich manche Erfahrungen darin stimmiger anf\u00fchlen als in der Vorstellung, alles m\u00fcsse sich irgendwann vollst\u00e4ndig erkl\u00e4ren lassen.<br>Vielleicht besteht Erkenntnis deshalb nicht nur darin, bessere Antworten zu finden. Sondern auch darin, Fragen lange genug offen halten zu k\u00f6nnen, damit sie beginnen, uns selbst zu ver\u00e4ndern. Und somit Fragen als Kategorie nicht zu beantworten, sondern sie vielmehr als Konstante zu akzeptieren.&nbsp;<br><br>Eine alles durchdringende unvermessbare Energie.<br><br>Piet Franzius-Truhlar<\/p>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Skala Unvermessbar. Jede Wissenschaft beginnt mit einer Ordnung.Sie trennt, benennt und kategorisiert. Nicht, weil die Wirklichkeit tats\u00e4chlich aus Kategorien bestehen w\u00fcrde, sondern weil wir sie sonst nicht untersuchen k\u00f6nnen. Auch in der Psychologie folgen wir diesem Prinzip. Sie beschreibt das menschliche Erleben anhand von zehn Elementarfunktionen. Aufmerksamkeit, Ged\u00e4chtnis, Denken, Wahrnehmung, Antrieb und weitere Bereiche bilden [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"elementor_canvas","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-2777","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/truhlar.art\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2777","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/truhlar.art\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/truhlar.art\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/truhlar.art\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/truhlar.art\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2777"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/truhlar.art\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2777\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10323,"href":"https:\/\/truhlar.art\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2777\/revisions\/10323"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/truhlar.art\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2777"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/truhlar.art\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2777"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/truhlar.art\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2777"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}